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Druckkontrollvermerke, Auftragsnummern etc.

Der hohe Anfall von Makulatur veranlasste die OPD im April 1950, die Anbringung des Namens des Druckers auf dem Mittelsteg zwischen den Bögen anzubringen: "... Die angezeichneten Fehler müßten d.E. einem geübten Drucker schon während des Druckes auffallen. In einer längeren Unterredung mit dem leitenden technischen Angestellten der Deutschen Wertpapier-Druckerei, Herrn Pusch, wurden eingehend die aufgetretenen Mängel erörtert. Um eine baldige Abstellung dieser Mängel zu erreichen, wurde der Druckerei vorgeschlagen, am Rande von jedem Bogen das Namenszeichen (2 Buchstaben) des Druckers im Druckstock anbringen zu lassen. Aus technischen Gründen, hauptsächlich Auswechslungsschwierigkeiten des Druckblocks bei Schichtwechsel, wurde die abgelehnt. Die Anbringung des Namenszeichens des Druckers im Druckstock in der Mitte von jedem Doppelbogen wurde jedoch zugesagt. Entsprechende Anordnungen sind in der Druckerei bereits ergangen. Es ist nun möglich, bei den Prüfungen jederzeit den Drucker von fehlerhaften Bogen festzustellen und man darf erwarten, daß sich durch diese Maßnahme der im Augenblick hohe Makulaturanfall verringern wird." (OPD an MPF Bundesarchiv DM3 PWZ 33 S.118V+R (offline) vom 25.04.1950)

Es gab ähnliche Randdrucke aber schon vor dieser Anordnung. Stempeldaten ab Februar 1949 beweisen, dass aus verschiedenen Gründen Druckdaten, Druckernamen, Auftragsnummern etc. beim Druck hinzugefügt wurden. Da die meisten dieser unter der Kategorie Druckkontrollvermerke (DKV) zusammenzufassenden Randdrucke abgeschnitten und vernichtet wurden bzw. unbemerkt verbraucht wurden, wird eine Auflistung nie vollständig werden können. Es ist aber erstaunlich, welche große Fülle von Neueinträgen zustande kam, seit die Liste im Dezmeber 2007 online gestellt wurde. Innerhalb von 2 Jahren hat sich die Zahl der gefundenen DKV verdreifacht und ist zu erwarten, dass viele Neufunde nach Veröffentlichung des Buches anstehen, wenn damit auch Computer-inaffine Sammlerkreise einbezogen werden.



Der zeitlich früheste datierbare DKV: © 2008 Sammlung KG

Einer der wenigen in abweichender Farbe: 50G bei einem SW1-Bogen der 40 Pfg. © 2010 Auktionshaus Felzmann



DKV auf Papier p1: Spieß links bei der 40 Pfg. © 2008 Sammlung Burkhardt

Zempel (1961) machte darauf aufmerksam, dass die DKV teilweise Auftragsnummern, vergleichbar den HAN bei anderen deutschen Markenausgaben enthalten. Tabelle ... listet die bei der Köpfeserie aktenkundlich gewordenen bzw. auf Bogenrändern gefundenen. Damit ist eine erste zeitliche Einordnung möglich. Ein wichtiger Meilenstein ist der DKV "1990 Schü 29.3.49" bei der 24 Pfg. Er enthält neben der Auftrags-Nummer auch das früheste bekannte Datum. Angesichts der verwendeten Druckfarben und der Schrifttypen lassen sich die DKV Spieß, Hierse, Maisel und die Daten ohne Jahr bei der Wertstufe 2 Pfg. (15.3. etc.) hierher einordnen und wegen der früheren Daten bzw. Stempeldaten davor. Anschließend tauchen bei 6 und 12 Pfg. weitere DKV mit der Auftragsnummer 1990 auf. Zeitlich anschließend passen wegen der verwendeten Druckfarben und Schrifttypen die Monogramm-DKV: 50 G (wobei die 50 hier für das Jahr steht), BZ, G etc. Eine zeitlich nicht näher differenzierbare Gruppe bilden die Druckernamen mit kleineren Buchstaben (verglichen mit den vorigen). Die Stempeldaten dieser Gruppe beginnen Ende 1950 und ziehhen sich bis den langen DKV ab Juli 1951 hin. Zu beachten ist hierbei, dass derselbe Name an verschiedenen Stellen der Bögen montiert werden konnte, weshalb in der Tabelle ... neben der Laufrichtung und der Seite auch das genaue Feld, neben dem der DKV angebracht war, erfasst ist. Bei manchen DKV ergeben sich bis zu 4 verschiedene Typen aufgrund der Stellung. Die zeitlich letzte Gruppe bilden dann die "gesprächigen" langen DKV, die sowohl Auftrags-Nummer als auch Druckernamen in einigen Fällen noch wichtige Mitteilungen wie Neues Papier enthalten, womit hier offensichtlich das neue aus Weißenborn gemeint war. Als später der Wechsel zu Papieren mit dem neuen Wasserzeichen vollzogen wurde, bediente man sich der kreisrunden Punkte unter RZ5 bzw. 6, um das auf dem Rand zu vermerken, der Wechsel der Druckerei wurde dann mit den Druckereizeichen unter f91-93 angezeigt.







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