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Warum eine Website über Köpfe? Gibt es eine andere Freimarkenserie, die so vielgestaltig und gleichzeitig so unerforscht ist?

Die Kataloge bezeichnen sie als „Freimarkenausgabe Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Wissenschaft“, Sammler nennen sie kurz die „Köpfe-Serie“, unterschieden in Köpfe 1 und 2 nach dem Wasserzeichen.

Was macht die Faszination dieser Serie aus? Die Faszination geht von vielen Aspekten aus - neben der geschichtlichen, die erste Freimarkenausgabe der späteren DDR gewesen zu sein, ist es wohl die Vielfalt der Farben und Papiere, Gummi-Arten und Plattenfehler, Zähnungsvarianten und Frankaturmöglichkeitenin einer sehr bewegten Zeit mitten im Kalten Krieg zwischen Oktober 1948 und März 1954. Doch nicht nur die Marken an sich, sondern auch verschiedene eigentümliche Randdrucke fachen die Jagd- und Sammelleidenschaft und die Preise auf Auktionen ordentlich an. Und durch mehrere Portosenkungen ist die Portorichtigkeit mancher Belege nicht immer einfach zu ermitteln. Ein spannendes Gebiet sind auch die durch unzureichende Markenausstattung an den Postämtern vorkommenden recht sonderbaren Frankaturen, die teilweise an die Inflationszeit erinnern.




Geschichtliches

Am 21.6.1948 vollzogen die 3 Westzonen die Einführung der DM, was die Sowjetische Besatzungszone zur Einführung einer eigenen Währung und anderen Gegenmaßnahmen (z.B. Berlin-Blockade) zwang. Philatelistisch begleitet wurden diese Ergeignisse durch die Zehnfach-Frankaturen mit den Marken in Reichsmark-Währung und den Bezirkshandstempel-Aufdrucken ab 24.6.1948, sowie den Maschinenaufdrucken „Sowjetische Besatzungs Zone“ auf Marken der Einheitsausgabe ab 3. 7.1948 und von Berlin-Brandenburg. Nach all diesen Provisorien waren die Marken der Köpfe-Serie die ersten selbstgestalteten Dauermarken des Gebildes, das später die DDR wurde und waren für die ersten Jahre die vorherrschenden Briefmarken. Ein Portrait des Markenschöpfers Heinrich Ilgenfritz gibt ein Artikel aus dem Sammler-Express von 1949.

Die wirtschaftliche Situation in der Sowjetischen Besatzungszone war geprägt von Reparationen an die Sowjetunion und extremem Mangel, wie ein Artikel von Dr. Heinrich Zempel rückblickend schildert:

  • Diese Ausgabe „... ist auf ihre Weise eben auch ein Zeitdokument, ein Abbild der wirtschaftlichen Misere dieser Jahre infolge Krieg, Reparationen, Mangel an geschultem Personal und unzulänglichen, veralteten Maschinenparks. Mit dem Vorhandenen mußte man sich abfinden, so recht und schlecht das eben ging, überall, auch in den Papierfabriken und Druckereien. Ansprüche konnten nicht gestellt werden. Hier wie sonst im täglichen Leben wurde nicht nach dem Wie, der Qualität, gefragt, sondern unbesehen was auch immer genommen. Der abwertende Ausdruck Makulatur für Druckerzeugnisse, die in wirtschaftlich normalen Jahren durch Kontrollen ausgesondert werden, verliert in diesen seine Gültigkeit. Solchen Luxus konnte man sich nicht leisten. Dazu waren Material und Arbeit viel zu knapp, viel zu kostbar. Hier die Bauten-, dort die Köpfeausgabe, beide sind eben zeitbedingte Notausgaben mit allen daraus resultierenden Unzulänglichkeiten und historisch gesehen, erst verständlich. Mit graduellen Unterschieden demonstrieren beide, wie es hüben und drüben aussah und wie sich auch auf dem Gebiet der Markenherstellung die ökonomischen Verhältnisse nach und nach besserten, hier schneller, dort langsamer.“ (Zempel)

Wenn man die ersten Auflagen aus dem Jahre 1948 mit ihrem rauhen, bräunlichen Papier und meist stumpfen matten Farben mit den letzten aus den Jahren ab 1952 vergleicht, fällt die wirtschaftliche Konsolidierung auffällig in's Gesicht.




Warum haben die Zeitgenossen dieser Serie so wenig für deren Erforschung getan?

Ein kurzer Blick in die Monate VOR Erscheinen dieser Serie verrät, womit sich die Sammler dieser Zeit über Jahrzehnte zu beschäftigen hatten: Die Handstempelaufdrucke. Was zwischen 24. Juni und 2. Juli an Notmaßnahmen passierte, warf noch lange Schatten für die Sammlerwelt. Warum sich mit so alltäglichen Sachen beschäftigen, die es auf Jahre frisch am Postschalter gab? In allen philatelistischen Zeitschriften gab es Sonder-Rubriken für Neuentdeckungen und Fälschungsbekämpfung bei den Handstempel-Marken. Die Köpfe waren wirklich sehr unexotisch. Außerdem hatten sie lange den Stallgeruch des Regimes anhaften, zu propagandistisch, zu kommunisten-nahe waren die Motive für lange Zeit. Jetzt – fast 20 Jahre nach Scheitern der politischen Ideen, die mit der Köpfe-Serie auch dokumentiert sind, kann man sich unbefangener und mit Abstand damit befassen – und man muss leider feststellen, dass die gleichzeitig im Westen erschienenen Bautenserien sowohl in Westdeutschland als auch in Berlin deutlich besser erforscht und publiziert sind. Und für in der DDR Aufgewachsene ist es schlicht das Aufarbeiten von einem Stück Zeitgeschichte, ohne dem von Zeit zu Zeit aufkeimenden Ostalgie-Irrsinn Vorschub leisten zu wollen.


Köpfe 1 und Köpfe 2 - wo liegt der Unterschied?

Jüngere Sammler, meist aus Westdeutschland, bieten auf eBay häufig Sätze der 1. Ausgabe als Mi. Nr. 327 bis 341 an, also Köpfe 2, und erhoffen sich einen großen Gewinn, nur um dann festzustellen, dass es zwei Ausgaben mit sehr unterschiedlichem Wert gibt. Genauso geht es vielen, die Opa's Erbschaft verhökern wollen, ohne im Katalog alles zu lesen, was dafür nötig ist. Vergleicht man die Satzpreise für die beiden Ausgaben, egal ob postfrisch oder gestempelt, so ist die 2. Ausgabe mit dem DDR-Wasserzeichen um vieles teurer. Woran liegt das?

Es liegt vor allem daran, dass der Wechsel des Wasserzeichen-Papiers zwischen Mitte 1952 und 1953 ohne Vorankündigung geschah und nicht bei allen Wertstufen gleichzeitig. Häufig gebrauchte gängige Wertstufen wurden häufiger und in viel größeren Auflagen gedruckt und kamen damit schneller an die Postschalter, weil auch häufiger Nachschub abgefordert wurde. Es dauerte eine Weile, bis die ersten Sammler feststellten, dass es die Köpfe-Marken mit einem anderen Wasserzeichen gab. Im Dezember 1952 vermeldete dann auch der „Sammler-Express“ die Neuigkeit (An den Postschaltern der Welt se 1952 Heft 24 Seite 378). Da im August 1953 schon die Nachfolge-Dauerserie „Fünfjahrplan“ an die Schalter kam, gelangten seltener gebrauchte Wertstufen nicht in allen Orten zur Ausgabe, wodurch gesuchte Raritäten entstanden, die auch heute noch in fast jeder DDR-Sammlung fehlen, wie die 25- und 84-Pfennig-Werte der 2. Ausgabe. Zwar wurden später für den Export bogengestempelte Sätze produziert, was einige Lücken füllte, aber mit Bedarfsstempel bleiben sie immer rar.

Wie unterscheidet man nun beide Ausgaben:

1. Am Wasserzeichen: Köpfe 1 haben das Wasserzeichen Kreuzblumen (Wz. 3 der SBZ). Köpfe 2 erschienen mit Wasserzeichen DDR Posthorn (Wz. 2 der DDR) in verschiedenen Ausführungen. Ausfühliche Erläuterungen zu den Wasserzeichen siehe extra Kapitel.





Wasserzeichen Kreuzblumen (Wz. 3 der SBZ) © 2007 Sammlung Burkhardt


Wasserzeichen DDR Posthorn (Wz. 2 der DDR) © 2007 Sammlung Burkhardt




2. Am Papier: Die Marken der 1. Ausgabe wurden alle auf gewöhnlichem Papier gedruckt, das in den ersten Auflagen sehr rauh und grau-braun-gelblich aussieht (Papier v). Spätere Auflagen sind weißer und besser saturiert (Papier w). Ähnlich sehen auch die ersten Auflagen der 2. Ausgabe aus (Papier z), allerdings gibt es nicht alle Wertstufen mit diesem Papier (nicht bei 50, roter 80 und 84). Als letztes wurden die Marken auf gestrichenem Papier gedruckt, das einen unter der Lupe (10-fach Lupe = Fadenzähler) gut sichtbaren Kreideaufstrich aufweist (Papier v). Marken mit rauhem gelblichem Papier sind also immer Köpfe 1, Marken mit Kreideaufstrich immer Köpfe 2, beim Rest muss man das Wasserzeichen zur genaueren Unterscheidung heranziehen.


3. Wertstufen: Die 12- und 24-Pfennig-Werte gibt es nur in der ersten Ausgabe, die „Rote 80“ nur in der 2.



Wechsel der Druckerei während des Druckes der 2. Ausgabe


Im August 1952 wurde die Deutsche Wertpapierdruckerei (DWD) angewiesen, den laufenden Auftrag über den Druck von Postwertzeichen an die Graphischen Werkstätten Leipzig (GW) abzugeben. Diese Vereinbarung war lt. Tichatzky (2003) „... ohne Hinzuziehung des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen zwischen dem Ministerium für Leichtindustrie und der Deutschen Notenbank geführt worden und lösten dessen Protest aus. ...“ Dieser Protest wurde am 18. August 1952 aktenkundig, führte aber zu nichts, weil die „... Einrichtungen, die ausschließlich der Herstellung von Briefmarken dienten, wie eine Perforiermaschine und die sogenannte Fertigmacherei, bereits in die Graphischen Werkstätten verlagert worden. ...“ (Tichatzky 2003).

Es ist also nicht so, wie Manfred Fischer 2002 in 'Die Sammlermarke' Heft 21 S. 17 schreibt, dass „... Die Druckereien ... die Druckplatten bei Bedarf hin- und hergeschickt“ haben, sondern die Druckplatten wurden von der DWD zur GW verlagert und dort wurden mit neuen Platten weitergedruckt.


Wie unterscheiden sich die von den beiden Druckereien gedruckten Marken?

1. Am Druckbild und der Farbe

Im Michel-Katalog sind die Drucke der DWD meist die Farbe „a“, während die GW-Drucke Farbe „b“ sind. Bis auf 1-2 Ausnahmen .

2. An den Druckereizeichen

Drucke der DWD haben auf dem Unterrand unter Feld 95/96 einen kreisrunden Punkt (fast immer), Drucke der GW einen Druckvermerk unter Feld 91-92/93. Mehr zu diesen Druckereivermerken siehe im extra Kapitel.



Das Druckverfahren und die verwendeten Druckmaschinen

Der Druck erfolgte„.. als Bogendruck auf Schnellpressen, das sind Flachform-Zylinderdruckmaschinen nach dem Druckprinzip Zylinder gegen Fläche.“ (Tichatzky 2003) „Es liegen keine Unterlagen vor, über welche Art von Schnellpressen die Firma Giesecke und Devrient ... verfügte.... Aus dem Schreiben der OPD Leipzig vom 15.8.1959, BArch DM3 33 geht hervor, dass die Marke zu 24 Pf. Pieck auf einer .... Schnellpresse des Herstellers Koenig & Bauer ... gedruckt wurde. Aus einem Schreiben der damaligen Hauptverwaltung für Post- und Fernmeldewesen vom 5. Juli 1949 (BArch DM3 33) geht außerdem hervor, dass die Dauerausgaben auf Druckbogen in der Größe von 4 oder 8 Markenbogen gedruckt wurden.“ (Tichatzky 2003)


Längsschnitt einer Haltzylinder-Schnellpresse (Tichatzky 2003)


Anordnung der Schalterbögen auf einer Druckform und Lage der Schmitzleisten (Tichatzky 2003)


Bei dieser Ausgabe wurde für den größten Teil der Auflage eine Zweifarbenmaschine benutzt, d. h., es konnten gleichzeitig verschiedene Wertstufen auf einem Druckbogen gedruckt werden. Daher rühren die von der Markenfarbe abweichenden Randleisten. Andere Randleisten, führt Tichatzky (2003) weiter aus „... können von Randmarkierungen auf den Längsseiten des Fundaments, also der Ober- und Unterränder der Schalterbogen herrühren. Sie können auch zur Auffüllung einer sich störend beim Drucken bemerkbar machenden Lücke gedient haben...“

Dieser Auffassung Tichatzky's steht die Meinung gegenüber, dass bei einem Teil der Auflage, ganz am Anfang, eine Druckmaschine zur Anwendung kam, die sehr große Druckbogen mit 8 Schalterbogen als Nutzen und 4 Farbwerken arbeitete. Aufgrund ihres hohen Alters war eine Reparatur notwendig. Die erfolgte nicht, sondern die Maschine wurde demontiert und in die Sowjetunion verbracht. (Ich suche noch nach der Quelle dafür). Eine Abbildung der Maschine habe ich beim Köpfe-Treffen gesehen. Wie heißt sie? Und wie heißt die Zähnungsmaschine, die die Kreuzkammzähnung machte??





Wie lief der Produktionsprozess ab, welche Standorte / Firmen waren beteiligt, welche Maschinen wurden benutzt?

Papierherstellung: Patentpapierfabrik Penig (bis Ende 1951), danach Freiberger Papierfabrik zu Weißenborn

Streichmittel 'Blankfix' (für getrichenes Papier): Papierfabrik Crossen, Werk Wünschendorf

Wo wurde gestrichen? Buntpapierfabrik Flöha-Plaue

Dextrin für Gummierung: Firma Kutzner in Potsdam (1949)

Gummierung: Gummieranstalt Schwarzhammermühle in Netzschkau (bei Reichenbach)

(das Papier kam fertig gummiert zur Druckerei)

Druck: Giesecke & Devrient Leipzig, (umbenannt zum 1.1. 1949 in Deutsche Wertpapierdruckerei), Graphische Werkstätten Leipzig

Druckmaschinen: Schnellpresse des Herstellers Koenig & Bauer Rex 2, welche noch?

Druckfarben? Woher?

Perforation: in Druckerei, Welche Maschine für Kreuzkammzähnung? Welche für Kammzähnung







Druckmaschinen:

Literaturquellen siehe hier.



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